Der MagicFR2 - ein Quantensprung bei der Paragleiterkonstruktion
Airwave steht in punkto Wettkampfschirm Design an vorderster Front. In den letzten anderthalb Jahren hat sich diesbezüglich einiges getan, und das Design des FR2 unterscheidet sich maßgeblich von dem des ursprünglichen Magic FR. Es ist zurückzuführen auf hunderte Stunden intensiven Fliegens und Testens, sowohl während als auch außerhalb von Wettkämpfen. Die Entwicklung von Wettkampfschirmen während des letzten Jahres war enorm, und der FR2 ist einer der wenigen der neuen Generation von Wettkampfschirmen die für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht, dh ab Lager verkauft werden.
Die wichtigsten Konstruktionsinnovationen dieses Schirms:
1. Nur 3 Leinenebenen
Bisher hatten fast alle Schirme 4 Leinenebenen: A, B, C und D. Neue Entwicklungen bei der Segelform und neue aerodynamische Profile bewirken, daß auch Paragleiter mit nur 3 Leinenebenen sicher und stabil sind: A, B, C. Dies bedeutet, daß der Schirm rund 70 Meter weniger Leinen hat als ein normaler Schirm mit 4 Ebenen, was wiederum eine drastische Reduzierung an Luftwiderstand bewirkt. Das alleine verbessert das Gleiten um ca. 0,5 Punkte, und dieser Unterschied vergrößert sich bei höherer Geschwindigkeit noch merklich. Den Luftwiderstand bei hoher Geschwindigkeit zu reduzieren erhöht nicht nur die Gleitzahl, sondern auch die Stabilität. Das kommt daher, daß man weniger ins Gas steigen muß, um die gewünschte Geschwindigkeit zu erreichen, und somit muß man dafür den Anstellwinkel nicht so stark verringern. Das alles bewirkt ein besseres Gleiten bei höherer Stabilität. Ein weiterer Pluspunkt der 3 Leinenebenen ist die Gewichtseinsparung. Der Schirm hat weniger Leinen und weniger Aufhängungspunkte, was sein Gesamtgewicht verringert. Das ist einer der Gründe, weshalb der neue FR2 nur 5 kg wiegt.
2. 7,2 Streckung
Es ist lange bekannt, daß die Gleitleistung stark mit der Streckung zusammenhängt. Bei Paragleitern ist jedoch die Stabilität höchst wichtig, und Schirme mit hoher Streckung werden wackelig und instabil. Solche Schirme sind nicht nur schwer zu fliegen, die Bewegungen der Schirme verschlechtern auch deren Leistung. Neueste Konstruktionsentwicklungen gaben uns eine viel bessere Kontrolle über die Struktur und eine höhere Strukturstabilität, was zur Folge hat daß eine höhere Steckung leichter zu handhaben ist. Wir haben - nach Tests einiger Wettkampf Prototypen mit sowohl höherer als auch niedrigerer Streckung - eine Streckung von 7,2 gewählt. Wir fanden, daß 7,2 die ideale Leistung über den gesamten Geschwindigkeitsbereich bietet und einen Schirm, der überhaupt nicht wackelt und den es Spaß macht zu fliegen.
3. Das neue XXX System Im Inneren der Kappe des FR2 befindet sich ein neues XXX System von diagonalen Spannbändern. Dieses System gibt dem Schirm eine extra Portion Stabilität ohne jegliche Nachteile. Dieses System ist nicht nur extrem leichtgewichtig sondern auch unheimlich effektiv.
4. Viel kleinere Größen
All die oben genannten Veränderungen bewirken, daß der Schirm bei weniger Rand- und Formwiderstand viel mehr leistet. Bemerkenswert ist, daß die Streckung erhöht wurde, ohne jedoch die Krümmung der Kappe zu vergrößern, was bedeutet, daß die projizierte Streckung von 4,5 beim Magic FR auf 5,5 beim FR2 vergrößert wurde, was wiederum einen entsprechend großen Einfluß auf die generelle Leistung des Schirms hat. All dies hat zur Folge, daß man das gleiche Sinken mit einem kleineren Schirm erreichen kann, der natürlich mit mehr Gewicht geflogen wird, was höhere Stabilität und besseres Gleiten im hohen Geschwindigkeitsbereich, schnellere Höchstgeschwindigkeit und besseres Handling bewirkt. Die FR2 Größen sind daher rund 2,5 m² kleiner für das gleiche Pilotengewicht als beim Magic FR. Durch die Beibehaltung der normalen Krümmung wurde die Leistung verbessert, ohne die Rollstabilität einbüßen zu müssen. Der neue Magic FR2 bietet das besondere Handling das wir von Bruce Goldsmiths Schirmen gewohnt sind.
5. Flugeigenschaften des FR2
Der FR2 ist kein gewöhnlicher Gleitschirm. All die neuen Entwicklungen in der Schirmkonstruktion bedeuten, daß man auch lernen muß, den FR2 effizient und sicher zu fliegen. Sind Sie in der Lage den FR2 zu fliegen? Diejenigen Piloten, die bereits Wettkampfschirme fliegen, sollten keine Probleme beim Wechsel zum FR2 haben. Bruce brauchte ca. 30 Stunden bis er das Gefühl hatte, daß er das Beste aus dem Schirm herausholen konnte, also lassen Sie sich bitte Zeit um sich an diesen neuen Schirm zu gewöhnen. Fliegen Sie nicht gleich am ersten Tag einen Bewerb damit.
Wie bei allen Wettkampfschirmen empfehlen wir, daß nur erfahrene, talentierte und häufig fliegende Piloten diesen Schirm fliegen sollten. Sie sollten mindestens 500 Flugstunden aufweisen können, von denen mindestens 100 innerhalb des letzten Jahres bei verschiedenen Bedingungen stattgefunden haben sollten. Sie sollten richtig und schnell auf alle möglichen plötzlich auftretenden Manövern wie z.B. Klapper und Verhänger reagieren, und generell aktiv fliegen.
Start: Der FR2 läßt sich leicht starten, sowohl beim vorwärts- als auch beim rückwärtsstarten. Man sollte mit den mittleren A Risern starten, die für diesen Zweck rot markiert sind. Es besteht keinerlei Tendenz, daß die Flügelenden während des Startmanövers zuerst hochkommen. Bei keinem oder Rückenwind muß man etwas schneller laufen, da die Fluggeschwindigkeit höher ist. Die Trimmer sollten auf die rote Markierung (neutrale Position) eingestellt sein.
Während des Flugs wird Ihnen als erstes Auffallen, wie schnell der FR2 fliegt. Die Trimmgeschwindigkeit liegt bei 42km/h und die Stallgeschwindigkeit bei ca. 24km/h. Die Trimmgeschwindigkeit ist rund 3 bis 4 km/h schneller als bei vergleichbaren Wettkampfschirmen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 65km/h mit voll ausgestrecktem Speedsystem. Versuchen Sie nicht, den Schirm mit ständig gezogenen Bremsen zu fliegen. Der FR2 fliegt besser nur leicht angebremst. Selbst bei Thermik hat der FR2 bei nur leicht gezogenen Bremsen das beste Steigen. Die Resistenz gegen Frontstalls ist bei höherer Geschwindigkeit auffallend besser, und man kann sogar mit Speedbar durch Thermik fliegen. Man könnten beinahe meinen, daß der Schirm stabiler wird je stärker man die Speedbar betätigt.
Landung: Man muß bei der Planung und Einteilung der Landung mehr berücksichtigen. Man kann den Schirm nicht einfach in ein kleines Feld setzen, man muß eine gute Landeeinteilung vornehmen, vergleichbar wie mit einem Drachen. Position, Gegen-/Quer- und Endanflug gewinnen wieder an Bedeutung.Bremsen Sie nicht während des Landeanflugs, sondern nutzen Sie die Geschwindigkeit um in die Landung "zu schwingen" und dann die Bremsen direkt vor dem Aufkommen ziehen. Wenn Sie bei wenig Wind den Schirm in das Landefeld "herunterwürgen" wollen, werden Sie den Schirm sehr wahrscheinlich stallen oder sie werden hart Aufsetzen.
Bemerkungen über den FR2:
Mitch McAleer USA (amerikanischer Drachen Akropilot):'Es macht riesigen Spaß mit einem Paragleiter so eine Leistung zu haben' , 'Es stimmt wirklich, der FR2 fühlt sich an wie ein Drachen an Leinen, er fühlt sich solide an, nicht einmal passierte mir etwas, was mir auch nur im geringsten Angst einflößte...'
Armin Eder (AUT) : 'Die neuen Riser sind super, sehr wenig Druck, es macht Spaß den Beschleuniger zu aktivieren.', 'Bisher bin ich nur rückwärts gestartet, was sehr leicht geht'
Bruce Goldsmith: 'Das Steigen in schwachen Bedingungen scheint gut zu sein, und auch Leistung, Sicherheit und Handling sind gut. Geschwindigkeit und Stabilität sind unglaublich gut.'